
Die besten Alternativen zu KDP für Self-Publisher im deutschsprachigen Raum
By Sanem Avcil · 15. Oktober 2026 · self-publishing · kdp-alternativen · ebook-veroeffentlichen · buchveroeffentlichung · print-on-demand
Kurzantwort: Welche KDP-Alternativen gibt es?
Zu den wichtigsten Alternativen zu Amazon KDP im deutschsprachigen Raum gehören Tolino Media, BoD, epubli, tredition, neobooks, Draft2Digital und Gamibooks. Welche Plattform passt, hängt davon ab, ob du nur ein eBook veröffentlichen, zusätzlich ein Taschenbuch anbieten oder möglichst viele Shops mit einer Datei erreichen möchtest.
Für deutschsprachige eBooks ist Tolino Media häufig eine naheliegende Wahl. Für Print-on-Demand und den stationären Buchhandel sind BoD und epubli interessant. Wenn du KI-gestützte Buchproduktion mit einem digitalen Veröffentlichungsprozess verbinden möchtest, kann Gamibooks eine weitere Option sein.
Warum nach Alternativen zu KDP suchen?
Amazon KDP ist für viele Self-Publisher der einfachste Einstieg. Die Plattform bietet eine große Reichweite, unterstützt eBooks und Print-on-Demand und stellt KDP-Ready-Dateien für verschiedene Formate bereit. Trotzdem gibt es gute Gründe, nicht ausschließlich auf Amazon zu setzen.
Der wichtigste Grund ist die Abhängigkeit von einem einzelnen Shop. Wer nur bei Amazon veröffentlicht, erreicht Leserinnen und Leser außerhalb des Kindle-Ökosystems nur eingeschränkt. Im deutschsprachigen Buchmarkt spielen außerdem Tolino-Shops, unabhängige Buchhandlungen und klassische Barsortimente eine wichtige Rolle.
Auch die Preisbindung, Werbemöglichkeiten, Exklusivitätsprogramme und Auszahlungsbedingungen können eine Rolle spielen. KDP Select verlangt beispielsweise Exklusivität für bestimmte eBook-Vorteile. Wer sein eBook gleichzeitig in mehreren Shops verkaufen möchte, muss die jeweiligen Teilnahmebedingungen prüfen.
Eine weitere Überlegung ist der Arbeitsablauf. Manche Autoren möchten vollständige Kontrolle über Manuskript, EPUB-Datei, Cover und Metadaten. Andere bevorzugen einen Dienstleister, der zusätzlich ISBN, Druck, Vertrieb und Buchhandelsmeldung übernimmt.
Die wichtigsten KDP-Alternativen im Vergleich
| Plattform | Besonders geeignet für | eBook | Print-on-Demand | Buchhandel |
|---|---|---|---|---|
| Tolino Media | Deutschsprachige eBooks | Ja | Eingeschränkt beziehungsweise je nach Angebot | Vor allem Online-Shops des Tolino-Verbunds |
| BoD | Gedruckte Bücher und eBooks | Ja | Ja | Ja |
| epubli | Flexible Veröffentlichung und Print | Ja | Ja | Ja |
| tredition | Breiter Vertrieb mit Serviceleistungen | Ja | Ja | Ja |
| neobooks | eBook-Self-Publishing im Tolino-Umfeld | Ja | Teilweise beziehungsweise über verbundene Angebote | Vor allem digitale Shops |
| Draft2Digital | Internationaler Multi-Shop-Vertrieb | Ja | Teilweise über angeschlossene Dienste | Je nach Vertriebskanal |
| Gamibooks | KI-gestützte Bucherstellung und Veröffentlichung | Ja | Ja | Abhängig vom gewählten Vertrieb |
Die Angebote, Preise und Vertriebskonditionen können sich ändern. Prüfe deshalb vor der Veröffentlichung immer die aktuellen Bedingungen der jeweiligen Plattform.
1. Tolino Media
Tolino Media ist eine der bekanntesten KDP-Alternativen für deutschsprachige eBooks. Dein Titel kann in mehreren Shops des Tolino-Netzwerks erscheinen, darunter bei großen deutschen Buchhändlern. Damit erreichst du Leser, die nicht über Amazon kaufen oder einen Tolino-Reader verwenden.
Die Plattform ist besonders interessant für Romane, Ratgeber und Sachbücher mit deutschsprachiger Zielgruppe. Du lädst dein Manuskript und Cover hoch, pflegst Titelinformationen und legst Preis sowie Erscheinungstermin fest.
Ein Vorteil ist die Nähe zum deutschen Buchhandel. Ein Nachteil kann sein, dass die internationale Reichweite und die Werbeinstrumente nicht mit Amazon vergleichbar sind. Für englischsprachige Bücher oder stark internationale Projekte ist eine zusätzliche Vertriebsplattform oft sinnvoll.
2. BoD
BoD, kurz für Books on Demand, verbindet Self-Publishing mit Print-on-Demand. Dein Buch wird also nicht zwingend in großer Stückzahl vorproduziert. Stattdessen wird ein Exemplar gedruckt, wenn eine Bestellung eingeht.
BoD ist geeignet, wenn du ein Taschenbuch, Hardcover oder eBook veröffentlichen und zugleich im deutschen Buchhandel präsent sein möchtest. Der Dienst übernimmt je nach gewähltem Paket unter anderem Druck, Auslieferung und Meldung an Handelsverzeichnisse.
Achte auf die Kostenstruktur. Je nach Tarif können einmalige Veröffentlichungsgebühren, jährliche Gebühren oder Kosten für Zusatzleistungen anfallen. Rechne deshalb vorab aus, wie viel dir pro verkauftem Exemplar nach Druckkosten und Plattformanteil bleibt.
Wenn du die Unterschiede bei Gebühren, Vertrieb und Kontrolle systematisch vergleichen möchtest, hilft ein Vergleich von Kosten und BoD-Modellen bei der Einordnung.
3. epubli
epubli richtet sich an Self-Publisher, die Bücher selbst veröffentlichen, aber nicht auf professionelle Druck- und Vertriebsstrukturen verzichten möchten. Neben eBooks kannst du gedruckte Ausgaben im Print-on-Demand-Verfahren anbieten.
Die Plattform ist für deutschsprachige Autoren interessant, die verschiedene Buchformate testen wollen. Dazu gehören beispielsweise ein eBook für den direkten digitalen Verkauf und ein Taschenbuch für Leser, die gedruckte Ausgaben bevorzugen.
Prüfe bei epubli besonders die konkreten Konditionen für ISBN, Buchhandelsverfügbarkeit, Änderungen an Buchdaten und Auszahlungen. Zusatzoptionen können praktisch sein, erhöhen aber unter Umständen die Gesamtkosten.
4. tredition
tredition bietet einen umfangreichen Veröffentlichungs- und Vertriebsservice für eBooks und gedruckte Bücher. Die Plattform richtet sich an Autoren, die neben der technischen Veröffentlichung auch eine vergleichsweise umfassende Abwicklung wünschen.
Ein möglicher Vorteil ist die breite Verfügbarkeit über verschiedene Buchhandels- und Onlinekanäle. Gleichzeitig solltest du genau prüfen, welche Leistungen im gewählten Paket enthalten sind und ob für bestimmte Leistungen zusätzliche Gebühren anfallen.
Tredition kann für Autoren sinnvoll sein, die wenig Erfahrung mit Buchformatierung, Druckdaten oder Vertriebswegen haben. Wer möglichst günstig und mit maximaler Eigenkontrolle veröffentlichen möchte, sollte die Kosten mit einem schlankeren Distributor vergleichen.
5. neobooks
neobooks konzentriert sich stark auf das digitale Self-Publishing und ist eng mit dem deutschsprachigen eBook-Markt verbunden. Die Plattform kann interessant sein, wenn du schnell ein eBook veröffentlichen und Leser in mehreren deutschen Shops erreichen möchtest.
Wie bei anderen digitalen Distributoren solltest du auf Dateiformate, Metadaten, Preisgestaltung und Rechte achten. Ein sauber formatiertes EPUB, eine klare Buchbeschreibung und passende Kategorien beeinflussen die Auffindbarkeit stärker als der reine Upload.
Für gedruckte Bücher ist neobooks nicht immer die erste Wahl. Wenn dein Schwerpunkt auf Taschenbuch und Buchhandel liegt, sind BoD, epubli oder tredition meist naheliegender.
6. Draft2Digital
Draft2Digital ist ein internationaler Distributor, der eBooks an mehrere digitale Shops ausliefern kann. Die Plattform ist vor allem dann interessant, wenn du neben dem deutschen Markt auch englischsprachige oder andere internationale Zielgruppen erreichen möchtest.
Der Vorteil liegt in der zentralen Verwaltung verschiedener Vertriebskanäle. Statt jedes eBook einzeln in mehreren Shops hochzuladen, bearbeitest du die wichtigsten Daten in einem System.
Für einen rein deutschsprachigen Start kann ein regional stärker verankerter Anbieter allerdings praktischer sein. Außerdem solltest du prüfen, welche Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz tatsächlich verfügbar sind und wie die Abrechnung funktioniert.
Welche Plattform passt zu deinem Veröffentlichungsziel?
Du möchtest nur ein eBook veröffentlichen
Für ein einzelnes deutschsprachiges eBook sind Tolino Media oder neobooks naheliegende Optionen. Beide passen zu Autoren, die den digitalen Vertrieb im deutschsprachigen Raum priorisieren.
Wenn du gleichzeitig Amazon, Tolino und internationale Shops bedienen möchtest, kannst du mehrere Plattformen direkt nutzen oder einen Distributor einsetzen. Achte darauf, dein Buch nicht versehentlich doppelt in denselben Shop einzuliefern.
Du möchtest eBook und Taschenbuch anbieten
BoD, epubli und tredition sind hierfür besonders relevant. Sie kombinieren digitale Veröffentlichung mit Print-on-Demand und können dein Buch in Buchhandelskanäle bringen.
Bei gedruckten Büchern ist die Kalkulation entscheidend. Ein Beispiel: Kostet die Herstellung eines Taschenbuchs 5 Euro und liegt dein Verkaufspreis bei 14,99 Euro, werden davon zunächst Plattformanteil, Vertriebskosten und gegebenenfalls weitere Gebühren abgezogen. Die verbleibende Marge ist nicht automatisch dein Gewinn, weil auch Lektorat, Cover, Werbung und Steuern berücksichtigt werden müssen.
Du möchtest internationale Leser erreichen
Für englische, mehrsprachige oder international ausgerichtete Bücher können Draft2Digital, direkte Veröffentlichungen in mehreren Shops oder eine Kombination aus KDP und weiteren Plattformen sinnvoll sein. Prüfe dabei Übersetzungsqualität, Preiswährung, Steuerinformationen und Rechte für jedes Land.
Ein deutschsprachiger Roman braucht nicht automatisch eine internationale Vertriebsstrategie. Oft ist es effizienter, zunächst die passende Zielgruppe im DACH-Raum zu bedienen und später eine übersetzte Ausgabe zu veröffentlichen.
Du möchtest KI für die Buchproduktion nutzen
KI kann beim Brainstorming, bei Gliederungen, Rohfassungen, Überarbeitungen und Formatierung helfen. Sie ersetzt jedoch keine Prüfung auf Fakten, Plagiate, stilistische Brüche oder fehlerhafte Quellenangaben.
Eine Plattform wie Gamibooks verbindet die KI-gestützte Bucherstellung mit Veröffentlichung, Print-on-Demand und KDP-fertigen EPUBs. Das kann für Creator praktisch sein, die Ideen schneller in mehrere Ausgabeformate überführen möchten. Vor dem Verkauf solltest du trotzdem jedes Kapitel prüfen, Rechte klären und die finale Datei auf verschiedenen Geräten testen.
Mehr zum vollständigen Ablauf von der Idee bis zum fertigen Titel findest du in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Buchveröffentlichung.
Diese Kriterien solltest du vor der Entscheidung prüfen
1. Vertrieb und Reichweite
Frage dich, in welchen Shops dein Buch verfügbar sein soll. Ein Anbieter mit starkem deutschem Buchhandelsnetz kann für deutschsprachige Printtitel besser passen als ein internationaler eBook-Dienst.
2. Tantiemen und tatsächlicher Gewinn
Vergleiche nicht nur Prozentsätze. Eine hohe Tantieme auf einen niedrigen Verkaufspreis kann weniger attraktiv sein als eine etwas niedrigere Tantieme mit größerer Reichweite. Ziehe Herstellungskosten, Vertriebsanteile, Gebühren und Steuern ab.
3. Exklusivität
Prüfe, ob die Plattform eine exklusive Veröffentlichung verlangt oder bestimmte Vorteile an Exklusivität knüpft. Wenn du mehrere Shops nutzen möchtest, brauchst du eine nicht-exklusive Strategie.
4. Dateiformate und Kontrolle
Für eBooks ist EPUB meist der wichtigste Standard. Achte darauf, ob du deine eigene Datei hochladen kannst, wie viele Änderungen möglich sind und ob der Anbieter automatische Konvertierungen durchführt.
5. ISBN und Impressum
Für gedruckte Bücher kann eine ISBN erforderlich oder zumindest sinnvoll sein. Außerdem müssen deutsche Bücher rechtliche Angaben wie Impressum, Urheberrechtshinweise und gegebenenfalls Datenschutzhinweise korrekt enthalten.
6. Auszahlungen und Abrechnung
Vergleiche Auszahlungsgrenzen, Zahlungsintervalle und die verfügbaren Abrechnungsdokumente. Für Selbstständige ist eine nachvollziehbare Abrechnung wichtig, besonders wenn du mehrere Plattformen parallel nutzt.
Praktischer Veröffentlichungsplan ohne KDP
- Zielgruppe festlegen: Entscheide, ob du deutsche eBook-Leser, Taschenbuchkäufer oder internationale Leser erreichen möchtest.
- Plattform auswählen: Vergleiche Vertrieb, Kosten, Exklusivität und Formate anhand deines konkreten Buchprojekts.
- Manuskript überarbeiten: Prüfe Inhalt, Stil, Rechtschreibung, Quellen und wiederkehrende Begriffe.
- EPUB und Druckdatei erstellen: Teste Inhaltsverzeichnis, Seitenumbrüche, Links, Schriftgrößen und Kapitelüberschriften.
- Cover gestalten: Das Cover muss als kleines Vorschaubild funktionieren und die Erwartungen des Genres erfüllen.
- Metadaten optimieren: Formuliere Titel, Untertitel, Beschreibung und sieben bis zehn relevante Suchbegriffe ohne Keyword-Stuffing.
- Preis kalkulieren: Berücksichtige Produktionskosten, Plattformanteile, Steuern und deine gewünschte Marge.
- Testbestellung durchführen: Prüfe nach Möglichkeit ein digitales Leseexemplar und ein gedrucktes Proof-Exemplar.
- Veröffentlichung kontrollieren: Suche den Titel in den vorgesehenen Shops und korrigiere Fehler frühzeitig.
- Vertrieb auswerten: Beobachte Verkäufe, Conversion-Rate, Rezensionen und Werbekosten mindestens über mehrere Wochen.
Fazit
Die beste Alternative zu KDP gibt es nicht für jedes Buchprojekt. Tolino Media und neobooks passen vor allem zu deutschsprachigen eBooks. BoD, epubli und tredition sind stärker, wenn Print-on-Demand und Buchhandel dazugehören. Draft2Digital eignet sich für einen breiteren internationalen Vertrieb.
Entscheide nicht allein nach der höchsten Tantieme. Prüfe Reichweite, Gebühren, Exklusivität, Dateikontrolle, Printkosten und Auszahlungen. So kannst du eine Veröffentlichungsstrategie aufbauen, die zu deinem Genre, deiner Zielgruppe und deinem verfügbaren Budget passt.
Häufige Fragen
Welche KDP-Alternative ist für deutschsprachige Autoren am besten?
Das hängt vom Ziel ab. Tolino Media eignet sich stark für deutschsprachige eBooks, während BoD und epubli bessere Optionen sind, wenn du zusätzlich gedruckte Bücher über den Buchhandel anbieten möchtest.
Kann ich ein eBook ohne Amazon KDP veröffentlichen?
Ja. Du kannst dein eBook beispielsweise über Tolino Media, BoD, epubli, tredition oder einen Distributor wie Draft2Digital veröffentlichen. Prüfe vorher, in welchen Shops und Ländern dein Titel tatsächlich verfügbar sein wird.
Welche KDP-Alternative bietet Print-on-Demand?
BoD, epubli, tredition und mehrere weitere Self-Publishing-Dienstleister bieten Print-on-Demand an. Dadurch werden Bücher erst nach einer Bestellung gedruckt, sodass du kein großes Lager finanzieren musst.
Ist Self-Publishing außerhalb von KDP teurer?
Nicht zwingend. Einige Plattformen sind kostenlos oder rechnen über Verkaufsprovisionen ab, während andere für Veröffentlichung, ISBN, Cover oder Zusatzleistungen Gebühren verlangen. Entscheidend ist die Gesamtkalkulation pro verkauftem Exemplar.